geschichte
1984
Bau des Hauses Bogenvillya (Namensgebung des Hauses nach der Pflanze Bougenvillea)
1995
Einrichtung der Stiftung one world foundation – free education unit, Gründung der Schule: ein Gebäude mit drei Klassen, einer Lehrerwohnung und einem Garten, Aufnahme des Schulbetriebs. Der Unterricht in den Fächern Englisch und Allgemeinbildung (Mathematik, Singhalesisch, Geographie, Geschichte, Hygiene, Buddhismus, etc.) ist nach dem britischen System in die Segmente Preschool (Montessori) und Grade 1-11 (Secondary Education, Advanced Education) eingeteilt. Der Abschluss des Ausbildungsprogramms ist mit der Verleihung eines Zeugnisses (Certificate) verbunden. Schüler/innen: 100, Lehrer/innen: 3.
1996
Erweiterung des Schulgeländes um ein Gebäude mit zwei Klassenzimmern, Umfang: 200 Schüler/innen, fünf Lehrer/innen.
1997
Ausbau der Schulanlage durch ein weiteres Gebäude für Berufsausbildung und einen Sportplatz. Schüler/innen: ca. 300, Lehrer/innen: 9.
1998
Aufnahme des Schulbetriebs im Tailoring-Center (Schneidereikurse) zur einjährigen Ausbildung von ca. 25 Frauen im Alter von 20-30 Jahren im Bereich Textilverarbeitung. Jeder Lehrgang schließt mit einer Modenschau oder einer Ausstellung und der Erlangung eines Zeugnisses ab. Alle bisherigen Absolventinnen konnten sich in die Arbeitswelt integrieren. Schüler/innen: ca. 500, Lehrer/innen: 12.
1999
Einrichtung eines Computerworkshops (sieben Workstations, zwei Drucker). Im Sommer 1999 richteten drei Fachleute aus München in neu ausgestatteten Räumlichkeiten (Air Condition) einen Computerraum ein und hielten vor Ort einen vierwöchigen Lehrgang zur Ausbildung von zehn EDV-Lehrer/innen ab. Einer der Absolventen betreut derzeit einen Computer-Workshop, in dem Computer-Basics bis hin zu Anwendungen wie Excel, Access und Power Point unterrichtet werden. Gleichzeitig werden auch Kleinkinder spielerisch mit neuen Technologien vertraut gemacht, um Schwellenängste abzubauen und Mädchen einen gleichberechtigten Zugang zu ermöglichen. Eröffnung einer Außenstelle der Schule in Nelligaskale durch Anmietung eines Raumes. Nelligaskale liegt 8 km von Wathuregama entfernt und verfügt über keine Verkehrsanbindung, die den Kindern den Schulbesuch der one world foundation ermöglicht. Eine Lehrerin unterrichtet vormittags Kleinkinder und nachmittags allgemeine Fächer für ältere Schüler/innen: ca. 80 Schüler/innen, eine Lehrerin.
2000
Im Jänner 2000 erfolgten 120 Neuanmeldungen, die zur Gänze aufgenommen wurden. Im Ausbildungssegment Grade 1-11 konnten mangels entsprechender Kapazitäten von 250 Anmeldungen nur 50 berücksichtigt werden. Schüler/innen: ca. 700, Lehrer/innen: 15.
2001
Aufgrund zu voller Klassen wird langsam die Schülerzahl von 700 auf 500 reduziert, dadurch soll eine Steigerung der Qualität des Unterrichts erzielt werden. Beginn einer Kooperation mit der von Margitta und Wolfgang Weber gegründeten Stiftung pro juventute Dortmund. pro juventute übernimmt die Gesamt-Patronanz der Preschool-Klassen in Wathuregama, Katuwila und Galwehera (ca. 5 km von Wathuregama) und startet ein Ausbildungsprogramm für Preschool-Lehrer/innen in Colombo. Errichtung eines Pfahlbaus an der Lagune des Gästehauses Bogenvillya nach den Plänen von Architekt Carl Pruscha. Auf Basis eines einfachen modularen Systems aus Eisen, Holz und Glas wurden drei transparente Wohneinheiten geschaffen, die ab Dezember von der owf genutzt werden können.
2002
Erweiterung des Schulgebäudes durch Ankauf eines angrenzenden Grundstücks. Das dort befindliche Gebäude bietet Platz für eine Medical Unit unter der Leitung von Dr. Paul Leyen. Aufgrund der Auswertung von 50 Laboruntersuchungen (in Wien) werden die Schüler/innen gezielt unentgeltlich behandelt.
2003
Neustrukturierung des Ausbildungsprogramms mit Schwerpunkt Englisch, Berufsausbildung (Computerlehrgang, Schneiderei-Ausbildung) und Preschool (Erweiterung um eine Klasse und vier weitere Lehrer/innen). Beginn der Initiative Women’s Cooperation – Frauen erhalten die Möglichkeit einer Ausbildung mit Abschlusszertifikat. Start: zwei Schulklassen (Schneiderei/Wetekeja = landestypische Verarbeitung der Mangrovenpflanze zu Taschen, Sets etc.); Vereinsgründung der Women’s Cooperation im Nov. 2004.
2004
27 Lehrer/innen unterrichten ca. 500 Kinder, Jugendliche und Frauen in unterschiedlichen Alterklassen sowie Berufsausbildungsprogrammen.
Tsunami, 26. Dezember 2004
Die Tsunamiwellen trafen die owf schwer und zerstörten die Schuleinrichtungen in Wathuregama. Die Schule konnte hier nicht wieder aufgebaut werden. Laut Regierung von Sri Lanka darf sich innerhalb von ca. einem Kilometer zum Meer keine Schule mehr befinden, daher musste die Schule auf einem neuen Grundstück im Landesinneren neu errichtet werden.
2005
Die Wiederinstandsetzung der Basis-Infrastruktur im Gebäude der Bogenvillya dauerte bis Dezember. Neben den unbeschädigten Schulen in Galwehera und Katuwila wurde im ca. zwei Kilometer von Wathuregama entfernten Ort Balapitya in einem buddhistischen Tempel ein Provisorium für die Preschool Units eingerichtet. Im März wurde ebenfalls in Balapitya eine leer stehende Villa angemietet (später durch offene Anbauten erweitert), wo die restlichen Units aus Wathuregama eine vorübergehende Unterkunft fanden. Durch den raschen Aufbau des provisorischen Betriebs wurde sichergestellt, dass die alte Kapazität bald wieder erreicht werden konnte. Die Suche nach einem neuen Schulland begann im Jänner und im März wurde nur einen Kilometer vom zerstörten Schulareal entfernt ein ca. 16.000m² großes Grundstück in Ahungalla erworben. Bereits Anfang Februar wurde mit den architektonischen Planungen begonnen (Architekt: Carl Pruscha, Assistenz: Martina Püringer, Varuna de Silva; Statik: Wolfdietrich Ziesel), im Juli erfolgte die Grundsteinlegung. Der Hauptcampus in Ahungalla wurde als horizontal und vertikal beliebig erweiterbare, modulare Struktur für zunächst ca. 500 Schüler/innen konzipiert und im Laufe des Baus um weitere fünf Units erweitert.
2006
Im Juni konnten trotz des ungewöhnlich starken Monsunregens alle Betonarbeiten abgeschlossen werden, parallel dazu wurde an den Elementen der Innenausstattung gearbeitet. Die Bauzeit für eine verbaute Fläche von 2000m² betrug nur 16 Monate. Am 9. Dezember wurde der neue Schulcampus schließlich offiziell mit einem großen Schulfest eröffnet und am 14. Dezember fand auch das traditionelle Schulschlussfest aller bisher bestehenden owf-Preschools gemeinsam in der neuen Schule in Ahungalla statt.
2007
Am 6. Jänner wurde der reguläre Schulbetrieb im neuen Schulcampus in Ahungalla aufgenommen, die Schulprovisorien in Galwehera sowie in Balapitya gehörten somit der Vergangenheit an. Die owf – free education unit umfasste nun insgesamt vier Vorschulklassen, vier Englisch-Klassen, zwei Primary-Klassen, vier Computer-Klassen, drei Schneiderei-Klassen der Women’s Cooperation sowie ein Erwachsenenausbildungsprogramm für Mütter, eine Musikklasse und Sportunterricht.
2008
Das Jahr 2008 war in Sri Lanka geprägt von einer Intensivierung des Bürgerkriegs im Nordosten der Insel, der neben dem menschlichen Leid steigende Preise, Reisewarnungen und damit ausbleibende Gäste in der one world foundation mit sich brachte. Dazu kamen die ersten Anzeichen der weltweiten Finanzkrise. Obwohl es dadurch auch für die owf ein schweres Jahr war, stieg die Schülerzahl weiter an und die Anstrengungen zielten darauf ab, den Schulbetrieb ein Jahr nach Eröffnung des neuen Campus in Ahungalla weiter zu konsolidieren. Im Areal der Bogenvillya wurde zudem ein großzügiges Gartenloft gebaut, das nun Gästen der owf zur Verfügung steht und zusätzliche Einkünfte bringt.
2009
Am 30. März 2009 verlor die owf ihren Gründungsdirektor Joseph Ortner, der völlig überraschend in Wien verstarb. Die Beisetzung seiner Urne fand im April in Sri Lanka statt. Gründungsdirektorin Kathrin Messner leitet die one world foundation fortan alleine. Joseph Ortner konnte leider nicht mehr das Ende des jahrelangen Bürgerkriegs erleben, der im Mai offiziell für beendet erklärt wurde. Begleitet von diesem hoffnungsvollen Ausblick für ein friedliches Zusammenleben aller ethnischen und religiösen Gruppen in Sri Lanka arbeitete die owf 2009 an einer weiteren Professionalisierung des Schulbetriebs. Es wurden Kooperationen mit staatlichen Stellen eingegangen (NAITA – National Apprentice and Industrial Training Authority, TVEC – Tertiary & Vocational Education Commission of Sri Lanka for Computer Courses), um den Absolvent/inn/en international anerkannte Zeugnisse verleihen zu können. Die Curricula wurden an den staatlichen Lehrplan angeglichen, externe Prüfer/innen nehmen an der Schule Abschlussprüfungen ab, die nach dem international anerkannten Prüfungssystem NVQ (National Vocational Qualification), erfolgen. Ende 2009 unterrichteten 31 Lehrer/innen ca. 1000 Schüler/innen.
2010
Der 29. März 2010 war ein wichtiger Tag für die one world foundation. Im Rahmen eines großen Schulfestes, der „Memorandum of Understanding Signing Ceremony“, wurde der Kooperationsvertrag zwischen der owf und der NAITA unterzeichnet (www.naita.slt.lk). Die NAITA ist eine staatliche Organisation zur Förderung von Berufsausbildungsprogrammen in Sri Lanka, die Kooperation bedeutet das Öffentlichkeitsrecht für wesentliche Bereiche der one world foundation – free education unit. Am 27. August 2010 feiert die one world foundation ihr 15-jähriges Bestehen.