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Wiederaufbau Hauptcampus Ahungalla - weitere Bilder 


Noch im Jänner 2005 wurde mit der Suche nach einem neuen Schulland in einem Umkreis von ca. zwölf Kilometern von Wathuregama ausgehend begonnen. Wichtige Kriterien für die Auswahl waren der soziale Bedarf (arme Region, dichte Besiedelung) sowie gesellschaftspolitische oder verkehrstechnische Bedingungen. Im März wurde schließlich ein ca. vier Acres (ca. 16.000 m²) großes Grundstück in Ahungalla erworben. Es befindet sich nur rund einen Kilometer vom zerstörten Schulareal entfernt weiter im Landesinneren nahe einer Eisenbahn- sowie einer Busstation. Mittels Bohrungen wurden Bodenproben entnommen, um die Eignung für die Bebauung zu überprüfen. In der Folge wurde das Marschland eingezäunt, aufgeschüttet und geebnet sowie die Zufahrtstraße erneuert. Am 4. Juli erfolgte (Datum und Uhrzeit wurden traditionell durch das Horoskop festgelegt) die Grundsteinlegung für den Bau des neuen Schulcampus in Ahungalla.

Bereits Ende Jänner/Anfang Februar wurde mit den ersten architektonischen Planungen begonnen. Dazu wurde ein Team unter der Leitung von Prof. Arch. Carl Pruscha in Zusammenarbeit mit Arch. Martina Püringer gebildet, für die Statik zeichnet Prof. Wolfdietrich Ziesel verantwortlich. Das Team wurde durch den lokalen Architekten Varuna de Silva in Sri Lanka komplettiert, im Laufe des Frühjahrs 2005 gab es mehrere Treffen des Teams vor Ort in Sri Lanka, die Pläne wurden in diesem Zeitraum konkret, die Einreichpläne wurden schließlich von Architekt Varuna de Silva aufbereitet. Lukas Bramhas baute die architektonischen Modelle.

Der Wiederaufbau bedeutete eine Neukonzeption der one world foundation free education unit. Ein funktionales architektonisches Gesamtkonzept für die Vorschul-, Englisch- und Computerklassen, Schneiderei, Musikklasse, Women's Cooperation und die neu hinzukommenden Grundschulklassen (Primary Education) musste entwickelt werden. Es galt traditionelle Gepflogenheiten ebenso zu berücksichtigt wie soziale, pädagogische und ökologische Aspekte.

Grundlage des neuen Konzepts ist eine horizontal und vertikal beliebig erweiterbare, funktionale, modulare Struktur. Ein Modul ist eine quadratische Unit mit einer Grundfläche von 36 m², die Module reihen sich aneinander, die Trennwände zwischen den Modulen können in der Planung variabel gesetzt oder überhaupt weggelassen werden. Diese flexible Bauweise eröffnet eine Vielzahl an Nutzungsmöglichkeiten, vom Büro über Klassenzimmer bis hin zum großen Veranstaltungsraum. Je nach Funktion der Units variieren Planung und Ausstattung, vom offen durchlüfteten Raum bis zur geschlossenen Computer Unit mit Air Condition. Die Gebäude stehen einzeln oder im Verbund, zwischen den Units sind offene, überdachte Gangsysteme bzw. öffentliche Aufenthalts- oder Pausenräume.

Der Hauptcampus in Ahungalla wurde für ca. 700 SchülerInnen konzipiert, 32 modulare Units gliedern sich folgendermaßen auf: vier Preschool Units, vier Computer Units (mit 40 Computern), vier English und zwei Primary Education Units, drei Women's Cooperation Units (in die die bisher separaten Tailoring Units integriert wurden), eine Music and Dance Unit, drei zusammenhängende Units für Bibliothek, Konferenz- und Administrationsräumlichkeiten, Schulküche mit Aufenthaltsraum und Kiosk, zwei Werkstatt- und Lagerräume, zwei Dusch- und WC-Anlagen, sieben allgemein nutzbare überdachte Aufenthalts- und Pausen-Units. Weiters sind auf dem Schulareal ein Sportplatz, ein Kinderspielplatz, Stellplätze für Fahr- und Dreiräder, eine Wasseraufbereitungsanlage, ein Wasserturm für Trink- und Nutzwasser, ein kleiner buddhistischer Schultempel sowie eine gemauerte Bühne für Schulaufführungen.

Die modularen Units sind aneinandergereiht, eine Kassettendecke aus Beton verbindet die einzelnen Units miteinander. Die Kassettendecke hat insgesamt eine Fläche von ca. 2000 m² und ruht auf 78 Betonsäulen. Die offene Bauweise - die Wände werden nicht durchgehend bis zur Decke hochgezogen - ermöglicht eine gute Querdurchlüftung, was für das Raumklima im ganzjährig feuchten, tropischen Klima von besonderer Bedeutung ist und kühlende Wirkung hat.

Nach der Grundsteinlegung am 4. Juli 2005 wurde mit dem Bau eines Prototyps der Doppel-Units begonnen, DI Helmut Petrik überwachte als Projektmanager den Bau des Prototyps. Auf Basis der Erfahrungswerte mit dem Prototyp wurde im August 2005 mit dem Bau der weiteren Schul-Units begonnen. Nach rund eineinhalb Jahren Bauzeit – teilweise beeintraechtigt durch ungewöhnlich starken und lange anhaltenden Monsunregen sowohl im Oktober/November 2005 als auch im November/Dezember 2006 – wurde der neue Schulcampus am 9. Dezember 2006 feierlich eröffnet.

Am 6. Jänner 2007 konnte mit Beginn des neuen Schuljahres der reguläre Schulbetrieb aufgenommen werden. Damit gehören alle Schulprovisorien endgültig der Vergangenheit an.

Jahresbericht 2005

Jahresbericht 2006

    
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