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Es ist soweit … – Gästebucheintrag von Doron Rabinovic anlässlich der Schuleröffnung am 9. Dezember 2006
Es ist so weit. Es ist so weit aus einem Teil entstanden. Es ist so weit aus einem Teil entstanden, aus einem Teil, das Einfachheit verbindet mit dem Überdachten, denn überdacht ist der Bau durch kleinste gemeinsame Nenner, um so ein größtes gemeinsames Vielfaches zu werden. Es ist so weit! Es ist so weit. Die Monate vorher versanken im Monsunregen, die Arbeiten im Schlamm und Tropentropf, davor die Zeit, bis im Dschungel aus Verstrickung und Geflecht ein Grund gefunden war, der Boden, Fundament, Ursache und Antrieb sein konnte. Es ist so weit, denn wer die Schule nun sieht, könnte beinah vergessen, weshalb sie hier errichtet ist, und wie sie einst unterging mit einer Welle, in der Hunderttausende nicht nur ihr Haus und Gut verloren, sondern ihr Leben. Es ist so weit. Drei Nächte vor der Eröffnung, im Dunkel ein Erscheinen, das Kommen der Mönche, ein Eintrommeln mit vielem Gebläse, eine Versammlung in Orange, die Platznahme im geschlossenen Paravent, im Pirit, und es ist so weit und so nah rundum die Gemeinde, ein Hocken am Boden, Kinder, Frauen und Männer, ein Warten auf Knien, bis die Lichter gezündet, die Gaben, Blumen und Speisen angenommen sind, bis aus dem Häuschen von heiligen Männern das Gebet wabert, bis aus dem Hüttchen ein Faden weiß sich spinnt, von einer Hand zur nächsten wandernd, ein Netz gewoben aus Gläubigen, knüpft enge Maschen von einem Eck ins andere, und es ist so weit, als in der Früh ein Mönch zusieht, daß Kathrin nun ein Feuer, ein kleines, zündet, den Blick nach Norden gewendet, das Fächeln der Flammen, darauf ein Topf voll Milch gestellt, den Norden fest im Blick, das Überkochen der Milch, das Aufblühen der Schaumhaube, ein krönender Abschluß. Es ist so weit. An diesem Tag, nach vielen Regenwochen, scheint die Sonne jenen, die wie die Kinder feiern wollen, daß die Schule steht. Es ist, soweit das Auge reicht, eine Festgemeinschaft in Wartehaltung, Frauen in wallend bunten Saris, Männer in feinem Hemd mit Anzug gar, die Zufahrt mit den Farben Buddhas geschmückt, mit Wimpeln und Fahnen und mit den Symbolen der one world foundation. Die Klassen mit Kindermalereien geschmückt, die Schneiderei eine Ausstellung der women’s cooperation, die Seide an Leinen, wie Segel im Wind gebauscht, das ganze Areal volle Kraft voraus. Dann die Vorfahrt, die Positur aus Position, das Defilee vor dem Spalier, als Vorhut die Kandytänzer, ein Ballett zu Geschmetter und Getrommel, die Arme wie im Flug gespannt, die Finger in Stellung, die Beine den Rhythmus stampfend, dahinter der Minister für Bildung Susil Premajayantha, blütenweiß, Stehkragenbluse und Sarong, dann die österreichische Botschafterin für Indien und Sri Lanka, Dr. Jutta Stefan-Bastl samt Mann, all diese Ehrengäste einbegleitet von Kathrin und Josef, von Kathrin Messner und Josef Orthner, gefolgt von den vielen anderen, von weiteren Honoratioren aus Nordwest und Südost, aus Europa und Sri Lanka, darunter politische Entscheidungsträger, auch Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Kultur, aber vor allem der Förderkreis der one world foundation, der Stiftung einer einen Welt, der Unvollständigkeit halber namentlich aufgezählt: Margitta und Wolfgang Weber als Patronanz der Preschool Units, Mrs. Srima Dissanayake, die einstige Präsidentschaftskandidatin, die Professores der Fachhochschule München als Patronanz der Computer Units, Erwin Seitz und Patricia East mit ihrem Vater, Ken, ein Gentleman alter Schule und jugendlichen Geistes, Gerda Themel von der Women’s Cooperation; und, es ist so weit, der Architekt, Carl Pruscha, Professor auch er, hier besser bekannt als Mr. Charlie. Es ist so weit, daß endlich die Kinder zu hören sind und zu sehen, denn im Zentrum die Bühne, die pentatonisch klingenden Stimmchen in klassischen Melodeien, das kleine Violinorchester mit elektronischer Begleitung, ein wenig kratzbürstig, westlicher Gesang mit fernöstlichem Gehör, Kleine in bunten Gewändern, der Tanz der Füßchen, das Wiegen in den Hüften, dazwischen das Zünden der Öllampe, das Hissen der Fahnen, die hiesige, das Schulemblem und jene der Europäischen Union, das Singen des heimisch Hymnischen, die Reden sodann, erst Kathrin, ihre Begrüßung in Sinhala, ihre Betonung der Kinder, dann der Minister, die moderne Architektur bewundernd, erzählend von seiner ersten Frage, ob in Österreich ebenso gebaut werde, und von der Antwort, daß die Jahreszeiten solch eine offene Bauweise dort nicht ermöglichten, und nun sein Versprechen, dieses Modell für andere Schulen in ganz Sri Lanka vorzuschlagen, darauf die Ansprache des Tiroler Architekten aus Wien über das Grundmuster für Vorschule, Computereinheit, Englischklassen, Schneidereiwerkstätten und Musikunterricht, das Modul als Modell, die Moderne statt des Modischen, sein Schwärmen von der singalesischen Kultur in Verbindung mit schlichter Funktionalität, sein Bezug zu Anoradhnapura, Polonaruwa, aber ebenso zum srilankesischen Meister der Erneuerung, Geoffrey Bawa, die emotionale Ansprache von Chitral Amaratunga, dem Anwalt für Bogenvillya und Stiftung, aber der Star aller Rhetorik jene junge Schülerin, Fatima, ihre durchdringende Stimme, aaaaall the guests grüßend, from aaaaall my heart, Kathryn und Joseph preisend, for aaaall their work, da lange, bevor sie, Fatima, geboren, die beiden als young couple nach Sri gekommen waren, sich hier für das Land und seine Leute zu begeistern, for aaaaall the people, so tönt der Ruf der Zukunft, ein Vorgriff, eine Ouvertüre, ein Kinderkrähen aus voller Kehle, das alle in den Sitzen, die ganze Festgemeinde, aaaaall lachen macht und hoffen auf kommende Jahre. Es ist noch nicht so weit, aber es wird schon so weit werden. |